Unternehmensnachrichten

100% Erneuerbarer Strom für Thüringen realistisch

Erfurt / Ballhausen

In einer Studie der BOREAS Energie GmbH in Zusammenarbeit mit der Ingenieurbüro Kuntzsch  GmbH  wurden die Potenziale der Stromerzeugung aus Windenergie innerhalb der Landesgrenzen untersucht. „Durch die rasante Entwicklung der Windenergieanlagen in den letzten Jahren wird eine hundertprozentige Abdeckung des Thüringer Strombedarfs durch Erneuerbare Energien eine realistische Option.“, fasst Andreas Köhl, Studienleiter im Ingenieurbüro Kuntzsch, die Untersuchungsergebnisse zusammen.

Windenergieanlagen der neuesten Generation, von denen die ersten in Thüringen für 2013 geplant sind, bringen an hiesigen Standorten etwa 3.000 bis 3.500 Vollaststunden pro Jahr. Ca. 1.800 dieser Anlagen sind ausreichend, um die zurzeit noch konventionell erzeugte Strommenge in Höhe von 10 TWh  abzudecken. Bei einem Zubau von 80 Anlagen pro Jahr kann dieses Ziel im Jahr 2035 erreicht werden. In Thüringen würden dann insgesamt etwa 2.400 Windenergieanlagen stehen. „Das entspricht in etwa der Zahl, die heute bereits in Sachsen-Anhalt errichtet ist.“ wird dies von Andreas Köhl in Relation gesetzt.

Da Strom aus Windenergie nicht konstant zur Verfügung steht, wurde in der Studie bereits eine Überkapazität von 5 TWh mit eingerechnet, um Windenergie zu speichern und die dabei entstehenden Umwandlungs- und Speicherverluste abzudecken.

Um die regionalplanerischen Voraussetzungen für 1.800 weitere Anlagen zu schaffen ist eine Erweiterung der Windvorrangflächen in Thüringen von derzeit 0,3 auf nur etwa 1,8% der Landesfläche erforderlich. Da fast 8% der Thüringer Landesfläche potentiell für Windenergieanlagen geeignet sind, ohne dabei Waldflächen hierfür öffnen zu müssen, halten die Autoren dies für eine machbare Größe.

Die Endverbraucherpreise werden durch den vergleichsweise preiswerten Windstrom mittelfristig stabilisiert. Die Windstromgestehungskosten werden sich langfristig auf netto 8-9 ct. je KWh zzgl. Kosten für Speicherung einpendeln. Damit können die Endverbraucher langfristig mit preisgünstigem und krisenfestem Strom aus heimischen Quellen direkt versorgt werden. Der Strom wird vor Ort in der Nähe der Verbrauchszentren erzeugt und der erforderliche Netzausbau damit minimiert.

Ein solcher Zubau und eine Konzentration auf regional erzeugten Strom haben gleichzeitig starke positive Effekte auf die Kommunen und die Thüringer Wirtschaft. Steigende Gewerbesteuereinnahmen, neue Arbeitsplätze in allen Qualifikationsbereichen und eine erhebliche zusätzliche regionale Wertschöpfung, insbesondere in ländlichen Regionen, sind hier zu erwarten.

„Wir halten dieses Szenario für ambitioniert, aber realistisch umsetzbar. Wichtig ist hierfür eine von der Politik unterstützte Ausweitung der Windeignungsgebiete um etwa 1,5% der Landesfläche, eine Konzentration auf den regionalen Netzausbau sowie eine Förderung für Speichertechnologien.“, zählt Andrej Noack, Planungsleiter Thüringen von BOREAS, die aus der Sicht eines Praktikers notwendigen nächsten Schritte auf.

 

Über BOREAS:

BOREAS ist ein Kraftwerksbetreiber  im Bereich der Erneuerbaren Energien und greift auf über 22 Jahre Windkrafterfahrung zurück. Zum umfassenden Leistungsspektrum gehören die Planung, die Finanzierung, die schlüsselfertige Errichtung und der Betrieb von Windkraft- und Photovoltaikanlagen, deren technische und kaufmännische Betriebsführung sowie auch deren Vertrieb.

BOREAS führt den Betrieb für einen Kraftwerkspark mit einer installierten Leistung von derzeit ca. 550 Megawatt. Diese Windenergie- und Photovoltaikanlagen erzeugen pro Jahr circa 1,1 Milliarden Kilowattstunden, ausreichend für die private Stromversorgung von mehr als einer Million Menschen in Deutschland.

Perspektivisch beschäftigt sich BOREAS mit der Speicherung von Erneuerbaren Energien und möchte Endverbrauchern den regenerativ erzeugten Strom preisgünstig und stabil direkt anbieten.

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