Unternehmensnachrichten

Internationales Interesse an der Energiegemeinde Herbsleben

Herbsleben

Seit 10. April dreht sich in Herbsleben wieder eine Windenergieanlage mehr. Damit besteht das Windfeld nun aus insgesamt 8 Windturbinen mit zusammen 14,5 MW installierter Leistung. Diese versorgen rund 30.000 Menschen mit sauberem Strom, wovon alleine über ein Viertel durch die neu installierte Anlage mit modernster Technik erzeugt wird.   

Zusammen mit den in Herbsleben ebenfalls vorhandenen Photovoltaik-Anlagen mit über 2 MWp installierter Leistung bilden die Windenergieanlagen ein Kombikraftwerk, das Herbsleben rechnerisch unabhängig von Stromimporten macht. Dass dies auch praktisch möglich wird, muss in den nächsten Jahren die Stromspeicherung (z.B. Power to Gas) forciert werden. Wie bisher auch, arbeitet die Gemeinde Herbsleben zusammen mit dem Thüringer Unternehmen BOREAS, welches auch den Windpark und die Photovoltaik-Anlagen projektiert und errichtet hat, an der Umsetzung der nächsten Stufe. Denn erst dann kann sich Herbsleben wirklich energieautark versorgen und zusätzlich Stromüberschüsse an die Nachbargemeinden verkaufen. Somit wird Herbsleben eine absolute Vorreiterrolle für Thüringer Kommunen und darüber hinaus einnehmen.

Bereits heute verschafften sich zwei Vertreter aus Tansania, genauer aus Sansibar, einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit erneuerbarer Energien. Sie wurden von der Firma GSW,  welche die neue Windenergieanlage Herbsleben 09 gemeinsam mit BOREAS betreibt, nach Herbsleben eingeladen. Herr Gold von GSW, Herr Shirazi vom staatlichen Energieversorger ZECO und Herr Rashid, ein Photovoltaik-Unternehmer, zeigten sich beeindruckt vom Zusammenspiel der erneuerbaren Energien und den Chancen, die ein solches Kombikraftwerk für die Gesellschaft bietet.

BOREAS und GSW verdeutlichen die Chancen der Energiewende. So kann sich an der neuen Windenergieanlage jetzt auch die vor kurzem durch Herbslebener Bürger gegründete „Energiegenossenschaft Herbsleben“ beteiligen. Erste Gespräche zwischen BOREAS, dem Betreiber und Bürgermeister Mascher haben hierzu bereits stattgefunden. Damit fließen die Erträge aus der Stromerzeugung nicht weiter zu multinationalen Energiekonzernen, sondern landen bei den Bürgern vor Ort.

Die Gäste aus Afrika möchten ähnliches in Sansibar realisieren. Denn alleine dieses Jahr sind die Strompreise auf Sansibar um mehr als 40% angestiegen. Der Strom auf den Inseln ist knapp und kommt aktuell komplett vom Festland. Ziel der Besucher ist auch auf Sansibar eine kostengünstigere, autarke Energieversorgung durch Strom aus Wind und Sonne. Doch während bereits erste Photovoltaik-Anlagen auf Sansibar Strom produzieren, gibt es bisher noch keine Windenergieanlage auf den Inseln. Um deren Einsatzmöglichkeiten auf Sansibar besser bewerten zu können, wurde von BOREAS ein 25 Meter hoher Windmessmast gespendet. Dieser erfasst seit November 2013 als erste Windmessstation Sansibars Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen.

„Für Sansibar als Insel ist eine regenerative und autarke Energieversorgung, am besten noch in Bürgerhand, eine tolle Möglichkeit zur wirtschaftlichen Stärkung“, erklärt Herr Shirazi, der Leiter Erneuerbare Energien bei ZECO das langfristige Ziel.

Damit wird das Erfolgsmodell Herbsleben zum Exportschlager und zum Muster für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende.

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