Unternehmensnachrichten

Japanische Delegation informiert sich über Windenergie in Thüringen

Ballhausen / Hochheim

Am Freitagmorgen besuchte die Delegation des Think Tanks CIPPS (Center for International Public Policy Studies ) aus Tokyo, begleitet von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, das Windfeld nördlich von Gotha.  Die japanische Organisation beschäftigt sich unter anderem mit den Folgen der Reaktorkatastrophe von Fukushima und informiert sich im Zuge ihres Thüringen-Besuchs über die erfolgreich eingeleitete Energiewende in Deutschland.
Im besuchten Windfeld drehen sich 58 Windenergieanlagen unterschiedlichen Typs, verteilt auf 620 ha Fläche, mit einer installierten Nennleistung von 110 MW. „Seit 1999 entwickelt BORES dieses Windfeld. Seitdem sind 45 Anlagen mit einer Leistung von 87,5 MW durch BOREAS geplant und errichtet worden,“ erklärt Bernhard Weigel, Projektleiter bei BOREAS, die Entstehungsgeschichte. Aktuell wird das Windfeld um 7 Windenergieanlagen neuesten Typs erweitert. Diese sollen spätestens im 1. Quartal 2014 in Betrieb genommen werden. Besonders beeindruckt sind die japanischen Gäste von der hierdurch erzeugten Strommenge: „Der Jahresertrag aller Anlagen beträgt zirka 300 Mio. kWh, was mehr als 30% des Elektroenergie-Verbrauchs im Landkreis Gotha entspricht. Damit können wir den Jahresenergiebedarf von bis zu 190.000 Menschen decken!“, so Weigel.
 
Neben den Fragen zum Windfeld und den technischen Details der Windenergieanlagen interessierte sich die Gruppe japanischer Politiker und Wissenschaftler insbesondere für die ökonomischen Rahmenbedingungen.  Es war für sie interessant, dass in Deutschland, trotz der Energiewende keinerlei Subventionen an Anlagenbauer oder Betreiber gezahlt werden, sondern einzig eine garantierte Abnahme zu einem verbindlichen Preis von ca. 9 ct/ kWh für die Betreiber besteht. „Damit ist die Windenergie an Land, die vor Ort in der Nähe der Verbrauchszentren erzeugt wird, die preiswerteste Art aller regenerativen Energien und verursacht nur Kosten von ca. 0,22 ct je kWh an der EEG-Umlage“, geht der Projektleiter auf die aktuelle Preisdiskussion ein.

Beim Besuch im Windfeld konnten damit den japanischen Besuchern realistische Alternativen zur Energiegewinnung aus Atomreaktoren aufgezeigt werden, so dass hoffentlich auch in Japan das Umdenken nach der Reaktorkatastrophe weitergeht und die Energiewende auch in Asien an Fahrt gewinnt.  

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