Unternehmensnachrichten

Unsachliche EEG-Diskussion gefährdet Arbeitsplätze und Einnahmen in der Region

Ballhausen

 

Für BOREAS, einen der führenden Entwickler von Windenergieanlagen-Projekten in Thüringen, sind die Auswirkungen der aktuellen Diskussion schon spürbar. „Wir bemerken eine zunehmende Verunsicherung bei Standortgemeinden, Zulieferern, Investoren und finanzierenden Banken. Dies hat bereits Auswirkungen auf geplante Projekte“, erklärt Daniel Hujer, Pressesprecher von BOREAS. Zulieferer stoppen den Kapazitätsaufbau, Banken erhöhen die Finanzierungskosten durch Risikoaufschläge, Investoren sind verunsichert. All das führt zu Projektstopps in verschiedenen Gemeinden. Dabei hat insbesondere die Windenergie Vorlaufzeiten von 5 bis 10 Jahren, bis ein Projekt wirklich gebaut werden kann. „Hier sind wir bei einer Vielzahl von Projekten in Vorlage getreten und jetzt wird deren Umsetzung in Frage gestellt. Das gefährdet eine große Zahl an Arbeitsplätzen in der Windbranche und bei deren Partnern und kann zu erheblichen Einnahmeausfällen bei den Kommunen führen“, so der Pressesprecher. „Das EEG garantiert keinen Gewinn, es bot bisher aber Investitionssicherheit und stabile Rahmenbedingungen für Kommunen und Investoren, welche in den vergangenen Jahren die Energiewende gestaltet haben. Doch dies wird durch die aktuelle unsachliche Diskussion zerstört.“

Besonders ärgern den Unternehmenssprecher dabei das Verdrehen von Tatsachen und eine Diskussion mit Halbwahrheiten. Gerade die Windenergie an Land (onshore) soll nach den aktuellen Vorschlägen der Bundesregierung massiv ausgebremst werden, obwohl sie die preiswerteste Art aller regenerativen Energien darstellt und Kosten an der EEG-Umlage von nur ca. 0,22 ct[1] je KWh verursacht. Auch das Argument, dass Wind nur an küstennahen Standorten oder auf der See (offshore) effizient genutzt werden kann, ist schlicht falsch. Windenergieanlagen der neuesten Generation, wie sie von BOREAS Ende 2012 in Thüringen, in Kirchheilingen (Unstrut-Hainich-Kreis) in Betrieb genommen wurden, liefern bereits rund 3.000 Volllaststunden im Jahr. BOREAS hat hier 3 alte Windenergieanlagen, welche nur rund 1.500 Volllaststunden lieferten, durch 2 hochmoderne Turbinen mit einem Rotordurchmesser von 112 Metern ersetzt („repowert“). Diese technische Weiterentwicklung ist noch längst nicht ausgereizt. Im Gegenteil plant BOREAS im Windfeld Kirchheilingen in diesem Jahr fünf weitere, nochmals deutlich effizientere binnenlandoptimierte Windenergieanlagen zu errichten. Der deutsche Hersteller Nordex aus Rostock wird diese Hightech- Maschinen mit Rotoren von 117m Durchmesser liefern, die dann sogar 3.500 Volllaststunden im Jahr erzielen. Damit liegen die Erträge in Thüringen nur noch unwesentlich unter den bis zu 4.000 Volllaststunden auf hoher See, umgekehrt werden dafür aber auch keine hunderte Kilometer lange Hochspannungstrassen benötigt. Der Strom wird vielmehr VOR ORT regional erzeugt und direkt in der Region wieder verbraucht. Für den Freistaat Thüringen sind ca. 1.800 dieser Windenergieriesen ausreichend, um die zurzeit noch konventionell erzeugte Strommenge abzulösen.[2]

Damit wird der Strom vor Ort in der Nähe der Verbrauchszentren erzeugt und der erforderliche Netzausbau minimiert. Ein solcher Zubau und eine Konzentration auf regional erzeugten Strom haben starke positive Effekte auf die Kommunen und die Thüringer Wirtschaft. Steigende Gewerbesteuereinnahmen, neue Arbeitsplätze in allen Qualifikationsbereichen und eine erhebliche zusätzliche regionale Wertschöpfung, insbesondere in ländlichen Regionen, sind zu erwarten und die Verbraucher profitieren von langfristig stabilisierten Strompreisen. Nicht zu vergessen: BOREAS verkauft den in Kirchheilingen produzierten Strom für netto rund 9 ct pro Kilowattstunde an den regionalen Netzbetreiber (alle weitere Preiskomponenten sind Steuern, Abgaben und Aufschläge), während der Nordsee-Windstrom für einen Nettopreis zwischen 15 und 19 ct/ kWh an den Netzbetreiber verkauft wird. 

Richtig ist, dass das Erneuerbare Energien Gesetz weiterentwickelt werden muss. Bisher lag der Fokus auf der Förderung der erneuerbaren Energien und der Heranführung an die Marktreife.  Auch wenn das in der aktuellen Diskussion meist unerwähnt bleibt, sind erhebliche Fortschritte gemacht worden. Die Kosten bei Photovoltaik konnten zum Beispiel von über 50ct je KWh auf aktuell ca. 14ct je KWh gesenkt werden und werden die nächsten Jahre weiter sinken. Deshalb kann die EEG-Vergütung weiter absinken, doch mit Augenmaß, an den Marktrealitäten orientiert und verlässlich. Bei Windprojekten mit solch langfristiger Vorlaufzeit sollten, dem Ziel der Investitionssicherheit innerhalb des EEG entsprechend, auch die Vergütungssätze verbindlich für mehrere Jahre im Voraus mit einem degressiven Verlauf feststehen.

Als weiteres sollte das Thema der Energiespeicherung im EEG aufgenommen werden. Viele Marktteilnehmer, unter anderem auch BOREAS, haben vielversprechende Energiespeicherkonzepte in der Entwicklung. Wie bei der Einführung der erneuerbaren Energien müssen jetzt für diese Konzepte Fördermodelle entwickelt werden, um eine Anschubfinanzierung der  Technologien sicherzustellen. Denn erst mit der Lösung der Speicherfrage erreicht die Energiewende die nächste Stufe und eine hundertprozentige Energieversorgung aus regenerativen Energien wird realistisch. Dabei wird  auch die Energiespeicherung wieder tausende neue zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen und Deutschland die Technologieführerschaft in einem wichtigen Zukunftssektor sichern.   

Speziell für die Stammregion Thüringen entwickelt BOREAS zurzeit ein Energiespeichermodell, das eine Komplettversorgung aus regional erzeugtem Strom ermöglichen kann. Im ‚Thüringer Modell‘ genannten Verfahren wird dabei der Schwerpunkt auf die in Thüringen gut nutzbaren Energieträger Wind (verbunden mit dem verfügbaren Potential an Solarstrom) und Biomasse gelegt. Das bereits existierende Gasleitungssystem soll dazu als Speicher genutzt und damit eine konstante Stromversorgung aus regional erzeugter Energie gewährleistet werden. 

 

Über BOREAS:

BOREAS ist ein Kraftwerksbetreiber  im Bereich der erneuerbaren Energien und greift auf über 22 Jahre Windkrafterfahrung zurück. Zum umfassenden Leistungsspektrum gehören die Planung, die Finanzierung, die schlüsselfertige Errichtung und der Betrieb von Windkraft- und Photovoltaikanlagen, deren technische und kaufmännische Betriebsführung sowie auch deren Vertrieb.

BOREAS führt den Betrieb für einen Kraftwerkspark mit einer installierten Leistung von derzeit ca. 550 Megawatt. Diese Windenergie- und Photovoltaikanlagen erzeugen pro Jahr circa 1,1 Milliarden Kilowattstunden, ausreichend für die private Stromversorgung von mehr als einer Million Menschen in Deutschland.

Perspektivisch beschäftigt sich BOREAS mit der Speicherung von erneuerbaren Energien und möchte Endverbrauchern den regenerativ erzeugten Strom preisgünstig und stabil direkt anbieten.

 



[1] Frauenhofer ISE - Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland S. 14; Fassung vom 08.01.2013

[2] Studie Potenziale der Stromerzeugung aus Windenergie – Vortrag im Rahmen der 1. Mitteldeutschen Windbranchentage in Erfurt am 27.11.2012

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